Taliahs Charas

Calatariel

 

Im Niemandsland

Die junge Elfe stammt aus dem nördlichen Nachbarland und kam schon vor dem Großen Zusammenbruch in dieses Land. Damals kam sie als 85-jährige Austauschstudentin des Ingenieurswesen und der Architektur. Als es unruhig im Land wurde, nahm man das Geschehen erst noch nicht ernst, glaubte, die Lage würde sich wieder stabilisieren. Bis Calatariel begriff, was tatsächlich geschah, war es bereits zu spät: Die Grenzen waren dicht.

Nur wenig später brach der Krieg um das Land aus und frühere Kommilitonen, selbst ihre besten Freunde, wandten sich gegen Calatariel, die als gebürtige Nordländerin automatisch "zum Feind" gehörte. Als eine der ersten wurde sie mit gerade mal 93 Jahren in eine Zelle gesperrt und zur Zwangsarbeit genötigt.

Da sie in Thorkai studiert hatte, hielt man sie auch dort fest. Dem Schutz der Tüftler wehrlos ausgeliefert, ist es erstaunlich, dass sie sich erst mit 110 bei einem Mitgefangenen Pillen besorgte, um ihr Leben zu beenden. Besagter Mitgefangener ist dafür bekannt, denen beim Gehen zu helfen, die gehen wollen. Einzig und allein dies ist auch der einzige Grund, warum der alte Mann nicht selbst seine eigene Medizin schluckt.

Calatariel wollte nicht sterben, ertrug ihre Lebensumstände aber auch nicht mehr, sodass sie die Erlaubnis, sich nach einem harten Arbeitstag etwas zu essen zu holen, ausnutzte, um sich aus der Stadt zu schleichen. Wenn sie schon sterben sollte, wollte sie dies zumindest in der Ebene tun. Einzig Areitus ist es zu verdanken, dass sie noch lebt.

Der Nomadenmagier fand die Elfe, heilte sie und brachte sie ins Lager seiner Leute, wo sie die Möglichkeit bekam, sich zu erholen.